Fakten: NetEnt an der Börse

Der schwedische Spieleentwickler NetEnt gehört seit über 20 Jahren zu den Größten seiner Branche. Das Besondere an ihm ist, dass er seit der Gründung den Ansatz verfolgt, innovative und unterhaltsame Casinospiele zu entwickeln, welche den Spielern ein unvergessliches Spielerlebnis bereiten. Heute hat sich NetEnt einen weltweiten Namen gemacht und kann zu seiner Firmengeschichte nicht nur wirtschaftliche Erfolge zählen, sondern auch Innovationen auf dem digitalen Glücksspielmarkt.

Firmenprofil

Der Spieleentwickler NetEnt verortet seine Aktivitäten im Gaming-Bereich. Hier kommen neben der klassischen Spielautomaten-Software für Computer-Browser und mobile Endgeräte jedoch auch Software für stationäre Spielautomaten in Casinos und technische Lösungen für Live-Casino-Erlebnisse im Internet dazu.

Neben komplett eigenen Kreationen, wie zum Beispiel Starburst und Gonzos Quest, setzt NetEnt auch auf Lizenzprodukte, um seine Spiele zu entwickeln. So entstand beispielsweise eine Slot-Maschine im Design der TV-Serie Vikings.

Das Unternehmen beschäftigt heute über 1000 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Nicht nur, dass NetEnt nahezu jeden Monat einen neuen Slot auf den Markt bringt, auch die Bedienbarkeit bei den Nutzern steht im Vordergrund. So ist die Software des Unternehmens mittlerweile in über 20 Sprachen verfügbar.

 

Firmen­geschichte

Gegründet wurde der Spieleentwickler NetEnt 1996 und trug bis Mai 2015 den Namen Net Entertainent. Seit April 2007 ist NetEnt auch an der Stockholmer Börse notiert. Während seiner gesamten Zeit schaffte es NetEnt immer wieder sich auch bei Preisverleihungen gegen die Konkurrenz durchzusetzen und sich immer weiter auf dem Markt zu etablieren. Zu den über 30 von NetEnt gewonnenen Awards gehören unter Anderem der IGA Award „innovator of the year“ 2014, der Global Gaming Awards 2018 „Online Casino Supplier of the Year“ und der Gaming Award 2019 „Mobile Product of the Year“.

Im Jahr 2017 wurde laut Unternehmensangaben an allen Glücksspielsystemen der Firma zusammengenommen mehr als 41,2 Milliarden Transaktionen vorgenommen. Dies wurde erreicht, da NetEnt-Spiele in mehr als 200 der größten Online Casinos weltweit verfügbar sind.

Firmen­struktur

Neben der Zentrale von NetEnt befinden sich Niederlassungen und Tochterunternehmen in der Ukraine, in Gibraltar, in den USA, in Polen und auf Malta. So erhofft sich NetEnt näher an bestehenden und potenziellen Kunden zu sein. Außerdem soll die global verteilte Aufstellung des Unternehmens dazu dienen, enger in den Kontakt zu Spielern zu treten, um die eigenen Produkte stetig zu verbessern. Gerade Gibraltar und Malta bieten den Vorteil kurzer Distanzen zu den großen Online Casino Betreibern, denn in deren Portfolio fehlen Spiele aus dem Hause NetEnt nur selten.

CEO von NetEnt ist seit März 2018 die ehemalige Finanzmanagerin Therese Hillman. Sie folgte Per Eriksson in dieser Stellung. Vorsitzender des Verwaltungsrates von NetEnt ist Fredrik Erbing.

Innovations­leistung

Unter den Spieleentwicklern war NetEnt der Erste, welcher auf die Programmiersprache Java zurückgriff. So konnte das Unternehmen schon früh Spiele entwickeln, deren Unterhaltungswert maßgeblich auch durch die Design und Bildsprache getragen wurde. Heutzutage wird jedoch – wie in der gesamten Branche üblich – das moderne HTML5-Format verwendet.

Neben der Spielautomaten-Software für Online Casinos hat NetEnt auch eine Live Casino Plattform entwickelt (NetEnt Live). Hierfür hat das Unternehmen die Perspektive der Spieler eingenommen, um ein reales Casino-Feeling zu kreieren. Dass Spieler heute Software-Lösungen von NetEnt haben, mit denen sie zum Beispiel Roulette in einem Live Casino spielen können, verdanken sie nicht zuletzt auch der intensiven Zusammenarbeit von NetEnt und echten Spielern.

Börsengang

Bis 2005 besaß NetEnt noch eigene Online Casinos. Dann jedoch verkaufte man diese, um sich gänzlich der Spielentwicklung und einem geplanten Börsengang zu widmen. Zwei Jahre später, in 2007, war es soweit und der Börsengang an der Stockholmer Börse konnte durchgeführt werden. Seitdem finden sich NetEnt Aktien unter dem Tickersymbol Net B und der Internationalen Wertpapiererkennungsnummer ISIN SE0012455525. Gelistet sind sie im Nasdaq Stockholm und gehandelt werden sie auch an anderen Börsenplätzen wie beispielsweise CBOE BXE und CBOE CXE. Es sind aber nocht die einzigen Casinoaktien an der Stockholmer Börse: Betsson ist auch ein Spieler dort.

Laut Firmenangaben betrug das Volumen der im Jahr 2017 gehandelten Aktien insgesamt 167.622.359 mit einem Gesamtwert von 11,5 Mrd. SEK (ca. 1,08 Mrd. EUR) gehandelt. Dies entspricht etwa 81 % der Gesamtzahl der ausgegebenen Klasse-B-Aktien von NetEnt. Durchschnittlich lag das tägliche Handelsvolumen der Aktien bei 665.168, was wiederum einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 45,5 Mio. SEK (ca. 4,28 Mio EUR) entspricht.

Kurs­entwicklung

Zum Börsengang betrug der Aktienpreis 5 SEK, was ungefähr einem halben Euro entspricht. Bis 2014 konnte sich der Wert der Aktien kontinuierlich steigern, bis er in etwa den dreifachen Ausgangswert erreichte. In den folgenden drei Jahren ging es für die Net B Aktie steil nach oben. Über 90 SEK wurden für eine Aktie auf den Tisch gelegt. Gründe hierfür waren ein stetig steigender Profit, immer mehr Kunden und letztlich auch mehr Transaktionen bei Spielern. Auch der Ausbau des internationalen Geschäfts trug zur positiven Kursentwicklung bei. So ist als Meilenstein beispielsweise 2015 zu nennen, als NetEnt seine Position auf dem US-Markt in New Jersey errichtete.

Auch wenn sich in den vergangenen 5 Jahren sowohl die Spieltransaktionen als auch der Profit nahezu verdoppelt haben, ging es mit der Aktie von NetEnt seit 2017 wieder bergab. Im Juni 2019 liegt sie bei 27 SEK. Zu erklären ist dies damit, dass NetEnt in dieser Zeit deutlich unter den Erwartungen der Anleger zurückblieb. Zwar machte das Unternehmen im operativen Geschäft keinen Verlust, aber die Zahlen der Konkurrenz waren einfach besser. Dies hatte bei NetEnt auch personelle Konsequenzen, so musste im Frühjahr 2018 der langjährige CEO Per Eriksson weichen.