Fakten: Aristocrat an der Börse

Der Spielehersteller Aristocrat ist besonders den Spielern in der Offline-Welt ein Begriff, denn bereits seit über 60 Jahren stellt das Unternehmen aus Australien Spielautomaten für Casinos her. Diese werden nicht nur Down Under vertrieben, sondern sind zahlreich auch in Las Vegas und Macao zu bespielen. Dass Aristocrat auch im Business der Online Casinos kräftig mit mischt und welche Auswirkungen das auf den Börsenwert des Unternehmens hat, schildert der folgende Artikel.

Firmenprofil

Gegründet wurde Aristocrat in Australien, von wo es auch seinen weltweiten Erfolgskurs einschlug, doch beheimatet ist das Unternehmen aufgrund seines Erfolgs heute in der ganzen Welt. Nichtsdestotrotz befindet sich die Firmenzentrale von Aristocrat Technologies Australia Pty Ltd, wie das Unternehmen vollständig heißt, in der Stadt North Ryde im Bundesstaat New South Wales/Australien. Geführt wird Aristocrat dort vom Chairman Ian Blackburne, sowie dem Geschäftsführer Trevor Croker. Zum Unternehmen gehören heute ca. 6.100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Spielangebot

Wie einleitend bereits erwähnt, produziert und vertreibt Aristocrat sowohl stationäre Glücksspielautomaten als auch Software-Lösungen für den digitalen Spielspaß. Dieses Standbein des australischen Unternehmens ist jedoch vergleichsweise jung. Erst 2011 wurde in Kooperation mit NextGen Gaming der erste Online-Spielautomat entwickelt. Da gab es Aristocrat immerhin schon mehr als fünfzig Jahre. Doch die Erfahrung aus dem stationären Angebot zahlt sich aus, denn auch das Angebot im Internet zeichnet sich durch zahlreiche Innovationen und eine hohe Verlässlichkeit aus.

Doch bevor der Eindruck entsteht, dass Aristocrat sich auf stationäre und digitale Slots beschränken würde, geht es hier gleich weiter. Denn auch andere Casino-Klassiker, wie beispielsweise Roulette und Blackjack sind als Software-Lösungen vorhanden. Aristocrat hebt sich bei seinem Angebot allerdings von der Konkurrenz deutlich ab, denn es reicht dem Unternehmen nicht, nur das einfache Spiel auf den Markt zu bringen. Zum Sortiment von Aristocrat gehören auch viele weitere Systeme, die in einem Online-Casino von Bedarf sind. So lässt sich das gesamte Casino aufeinander abgestimmt mit der Software dieses Unternehmens bestücken.

Und noch ein weiteres Standbein bzw. ein weiterer Markt wird von Aristocrat bedient. Mit dem Kauf der Plattform „Big Fish Casino“ im Jahre 2018 stieg das Unternehmen auch in den mobilen Markt ein. Der Fokus liegt hier bei kostenlosen Spielen, die beispielsweise über Apps gespielt werden können und den sogenannten Sozialen Spielen, welche die Spieler beispielsweise über Plattformen wie Facebook und Co mit ihren Freunden spielen können.

Firmengeschichte

Der Spielautomat mit dem schönen Namen „The Clubmaster“ war im Jahr 1956 das erste Erfolgsmodell aus dem Hause Aristocrat. Drei Jahre nach der Firmengründung 1953 konnte somit endlich ein Produkt an den Start gehen, welches die Glücksspielwelt nach Firmenangaben „revolutionierte“. Im Vergleich zu heutigen Slots war das Gerät natürlich noch sehr simpel aufgebaut und verfügte lediglich über drei Walzen und wenige Gewinnlinien. Selbst Aristocrat gibt heute zu: Besonders glamourös war der Automat nicht, aber immerhin: Ein Grundstein war gelegt und an vielen öffentlichen Plätzen in Australien konnten die Geräte legal platziert werden. Der Erfolg gab Aristocrat schließlich recht und so konnte das Unternehmen in den folgenden Jahren expandieren und weitere Spielautomaten entwickeln.

Anfang der 60er Jahre schaffte es Aristocrat schon auf den europäischen Markt. Ein weiterer Grund für die erfolgreiche Expansion hinaus in die Welt war auch der 1970 eingeführte Video-Spielautomat, der erstmalig fünf Walzen aufwies und mit zahlreichen Effekten und Details ausgestattet war. Die erste Serie dieser neuen Art der Spielautomaten trug übrigens den Namen „Wild West“.

Natürlich durfte die internationale Hauptstadt des Glücksspiels als Markt für Aristocrat nicht fehlen und daher folgte in den 80er Jahren dann auch der Schritt über den Großen Teich. Die ersten Aristocrat-Spielautomaten fanden in Las Vegas ein neues Zuhause. Auch andere Staaten Nord- und Süd-Amerikas folgten, sodass Aristocrat heute Niederlassungen zum Beispiel in Peru und Kolumbien unterhält.

Börsengang

Der Abschnitt zur Firmengeschichte von Aristocrat geht in diesem Beitrag nahtlos weiter, denn Mitte der 90er Jahre wurde das Unternehmen an der australischen Börse gelistet, wo es noch heute unter dem Ticker ALL.AX gehandelt wird. Dieser Börsenplatz ist auch deshalb interessant, da somit die Aktien in AUD, also Australischen Dollar ge- und verkauft werden. Wer in Deutschland die Aktien von Aristocrat handeln möchte, der wendet seinen Blick nicht nach Frankfurt, sondern an die Börse Stuttgart. Hier lassen sich die Aktien unter der Internationalen Wertpapiererkennungsnummer ISIN AU000000ALL7 finden. Das Volumen der Aktien liegt laut Firmenangaben bei rund 2,5 Millionen Stück. Im Juli 2019 lag der Wert einer einzelnen Aktie bei ungefähr 30 AUD, was wiederum ungefähr 18.50 EUR entspricht.

Dass sich der Börsengang von Aristocrat letztlich nicht nur für die Aktionäre lohnt, sondern auch für die Spieler selbst, deutet sich mit einem Blick auf die fortlaufend sehr zahlreichen Patentanmeldungen des Unternehmens an.

Kursentwicklung

Wirft man einen Blick auf die Kursentwicklung der Aktien von Aristocrat über den gesamten verfügbaren Zeitraum – also von August 1996 bis heute – dann stellt man einen interessanten Unterschied zur Konkurrenz fest. Denn während andere Unternehmen zum Beispiel während der Weltwirtschaftskrise oder aufgrund von gesetzlichen Änderungen immer wieder mit ihrem Aktienwert zu kämpfen haben, scheint ALL.AX von Aristocrats langfristig nur eine Richtung zu kennen.

Gestartet war man im vergangenen Jahrtausend bei 0,80 AUD, was vergleichsweise niedrig angesetzt ist und für zwei Jahre zunächst einmal ziemlich konstant blieb. Erst um die Jahrtausendwende stieg der Kurs an und erreichte sogar einen Spitzenwert von etwas über 7 AUD, bevor es dann 2003 wieder rauschend nach unten ging. An dieser Stelle muss jedoch betont werden, dass auch der Abwärtstrend nicht für Verluste bei denjenigen sorgte, die von Beginn an mit im Boot waren, denn unter einen Australischen Dollar ist die Aktie nie wieder gefallen.

Ganz im Gegenteil, denn Aristocrat konnte schnell wieder einen neuen Anlauf nehmen und erreicht einen zweiten Rekordwert von 16,60 AUD im April 2007. Doch dieser Anstieg kam wohl zu schnell und unvorbereitet, sodass es für den Aktienkurs genauso schnell wieder herunter ging, wie es zuvor nach oben ging.

Bis 2012/13 hielt man das Boot auf Linie und erst dann setzte der Trend ein, denn wir heute noch beobachten können. Ab dieser Zeit ging es zwar etwas langsamer, dafür aber konstant bergauf, sodass aktuell im Sommer des Jahres 2019 die Aristocrat-Aktie bei ungefähr 30 AUD steht. Die letzten Jahre verliefen für das Unternehmen durchweg positiv und vor allem (mit Blick auf die Börse) ohne nennenswerte Rückschläge.